Reviews

The Longest Five Minutes (Switch) im Test

Wer kennt es nicht? Ihr steht vor dem letzten Bossgegner und bekommt nochmal ordentlich Muffensausen und verliert glatt dabei eure Erinnerung. Genau das passiert nämlich im Rollenspiel The Longest Five Minutes im Kampf gegen den finsteren Dämonenlord. Dabei könnt ihr euch weder an eure Fähigkeiten, eure Freunde und alles vorher geschehene Erinnern. Ich habe mir den Titel für euch auf Nintendo Switch angeschaut und mache euch im folgenden Test mit dem Amnesie-Helden Flash vertraut.  

Fünf Minuten können lange sein  

Also eigentlich soll der Bosskampf gegen den mächtigen Dämonenlord in The Longest Five Minutes ja nur fünf Minuten dauern. Doch diese fünf Minuten können sich, wie der Name verrät, ganz schön ziehen und zu den längsten fünf Minuten in eurer Videospiel-Laufzeit werden. Denn während dieser „fünf“ Minuten kommt es nicht nur zu Unterredungen mit dem Oberboss, sondern auch mit euren Kameraden, welche euch verzweifelt dabei helfen, eure Erinnerungen zurückzuerlangen. Gestaltet sich der Auftakt sehr spannend, so verläuft das Spiel im Weiteren eher etwas eintöniger. Zunächst bringt euch eure Erinnerung zurück in euer Heimatdorf, wo ihr vom König beauftragt werden, die Geschehnisse der Stadt Gastonbury zu untersuchen. Dort wimmelt es nämlich nur so von Dämonen. Während des kompletten Spieldurchgangs erlebt ihr eine Vielzahl von Erinnerungen, wovon es insgesamt 39 gibt. Während eines Durchgangs erlebt ihr jedoch nie alle Erinnerungen, da sich diese entsprechend nach euren Entscheidungen richten.  

Je nachdem welche Entscheidungen ihr trefft, werden entsprechend andere Erinnerungen freigeschaltet. Sowohl im Kamp gegen den Dämonenlord als auch in Erinnerungen selbst kommt es zu Entscheidungsmöglichkeiten. Jede Erinnerung nimmt einen kleinen Teil der Oberwelt ein und Stück für Stück bereits ihr neue Ortschaften. Bereits gespielte Erinnerungen können über das Menü zudem erneut gestartet werden. Zu Beginn einer Erinnerung seid ihr mit einer gewissen Menge an nützlichen Items sowie Münzen ausgestattet, welche ihr frei investieren könnt. Zu erledigen gilt es meist drei Aufgaben, wovon eine die Hauptquest ist und die zwei anderen optionale Nebenquest sind.  Quest-NPCs werden entsprechend mit einem Ausrufezeichen gekennzeichnet. Nach Abschluss einer Erinnerung gibt es für euch und eure Begleiter Erfahrungspunkte, welche automatisch auf deren Werte verteilt werden.  

The Longest Five Minutes Screenshot 01

 

The Longest Five Minutes Screenshot 03

Größtenteils werdet ihr von Magier Regent, der durchsetzungsfähigen Yuzu sowie Magierin Clover begleitet. Ab und an seid ihr auch mal allein unterwegs oder trefft auf neue Charaktere. Damit lässt sich eure Gruppe zwischendurch auch anpassen. Im Laufe des Spiels wachsen euch eure Freunde jedenfalls sehr ans Herz, da sie euch mit aller Müh im Kampf gegen den Dämonenlord unterstützen. Während eurer Reise durch verschiedene Ortschaften trefft ihr auch auf zahlreiche Dungeons und angreifende Monster.  

Das Monster-Design ist jedenfalls recht gut im allgemeinen Pixel-Look des Spiels gelungen. Die Kämpfe selbst laufen rundenbasiert und sehr klassisch ab. Ihr könnt aus verschiedenen Befehlen wählen und nacheinander greift jeder eurer Helden an. Auch Auto-Kampf ist möglich, für die faulen unter uns. Überwiegend gestalten sich die Kämpfe nämlich relativ einfach. Neben normalen Angriffen stehen euch natürlich auch verschiedene Magie-Zauber zur Auswahl, wobei jeder Charakter seine eigenen Stärken mit sich bringt. Gegenstände lassen sich natürlich ebenfalls nutzen und in brenzligen Situationen könnt ihr auch fliehen.  

The Longest Five Minutes Screenshot 04

The Longest Five Minutes Screenshot 05

Nach jedem Kampf erhaltet ihr ebenso Erfahrungspunkte. Zudem wird bereits schnell klar, dass ihr nicht komplett an die Erinnerungen gebunden seid, sondern nichtsdestotrotz die Oberwelt frei erkunden sowie Ortschaften und Dungeons besuchen könnt. In den Städten findet ihr zudem verschiedene Geschäfte und Gasthäuser, wo ihr neue Ausrüstungen erwerben und euch ausruhen könnt. Abseits der „fünf“ Minuten Bosskampf wird auch das Spiel ungefähr zehn bis 15 Stunden beschäftigen, je nachdem ob ihr euch über den Verlauf der Hauptquests hinaus auch mit Nebenmissionen beschäftigt. Ansonsten kann die Spielzeit auch nach unten variieren.  

Technisch läuft das Spiel prima auf der Nintendo Switch. Nur die Steuerung mit dem linken Stick ist etwas unpräzise. Da bewegt ihr euch mit den Richtungstasten besser durch die Oberwelt. Optisch wird euch klassischer Pixel-Look präsentiert, welcher vor allem Retro-Fans zusagen dürfte. Auch musikalisch wird euch entsprechend passende Musik zur Untermalung eures Abenteuers geboten. Leider fehlt dem Spiel eine deutsche Lokalisierung.  

The Longest Five Minutes Screenshot 06

The Longest Five Minutes Screenshot 07

Mein Fazit zu The Longest Five Minutes 

The Longest Five Minutes bringt einen interessanten Ansatz direkt mit einem Bosskampf zu starten, welcher an sich fünf Minuten andauert und worum eine komplette Geschichte gestrickt ist. Die Handlung ist gelungen, wenn auch streckenweise etwas eintönig. Ebenso gelungen sind die Auseinandersetzungen mit dem Dämonenkönig, die Dialoge und das Nacherleben der Erinnerungen. Zudem wird euch ein rundenbasiertes Kampfsystem geboten, wobei sich die Kämpfe recht einfach gestalten. Alles in allem ein solides Rollenspiel-Erlebnis für alle Fans von Klassikern.  

Nächster BeitragHollow (Switch) im Test

Wir verwenden Cookies, um Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.