SteamWorld Quest
Reviews

SteamWorld Quest (Nintendo Switch) im Test

Die SteamWorld-Reihe bedient bereits einige interessante Genres. Nun veröffentlichte das schwedische Entwicklerstudio Image & Form mit SteamWorld Quest den nächsten ambitionierten Titel, mit welchen man sich erstmals in das RPG-Genre wagt. Geboten werden unter anderem Rollenspiel-Elemente sowie rundenbasierte Kämpfe mit einem Karten-Kampfsystem. Wir haben uns in das neuste Abenteuer gestürzt und verraten euch im folgenden Test, ob sich der Ausflug in die magische Steampunk-Welt gelohnt hat.  

Die längst vergangene Zeit der Helden 

SteamWorld Quest versetzt den Spieler erstmals in ein längst vergangenes Zeitalter, welche dem Mittalter nachempfunden wurde und nur so seine Magie versprüht. Diese Zeit galt als das Zeitalter der Helden, welche gegen das Böse kämpften. Unter anderem wurde von den Göttern ein boshaftes Herz geschmiedet, welches in einen Behemoth eingesetzt wurde. Nur der strahlende Held Gilgamech konnte dieses Monster aufhalten und dessen Herz entreißen und an einem geheimen Ort vergraben. Seitdem ist wieder einige Zeit verstrichen und die Geschehnisse sind aus den Köpfen verschwunden.  

Als Spieler schlüpft ihr nämlich in die Rolle der Ritterin Armilly und der Alchemistin Copernica, welche zu Beginn lediglich im Grünfinger Hain auf der Suche nach einem besonderen Pilz sind. Während sich Copernica anfangs lediglich für ihre Heilkunde interessiert, hat Armilly großes Interesse am Heldentum und würde gerne selbst ein aufregendes Abenteuer erleben. Und wie man es so will verläuft der kleine Ausflug natürlich ganz anders als geplant und unsere Protagonisten werden recht früh in den Kampf mit feindseligen Schraubolden und Kämpfern der Unterwelt verwickelt.   

SteamWorld Quest Screenshot 01

SteamWorld Quest Screenshot 02

Damit kommt es zu den ersten Auseinandersetzungen. Gelingt euch vor Kampfbeginn der erste Schlag, erhaltet ihr zudem einen kleinen Vorteil zu Kampfbeginn. Herzstück des Spiels ist nämlich das kartenbasierte Kampfsystem. Demnach habt ihr stets sechs Karten auf der Hand und könnt davon drei wählen. Zwei Karten können dabei jede Runde abgelegt und erneut gezogen werden. Jede Karte lässt sich dabei einem jeweiligen Charakter zuordnen. Ob die blauen Magier-Karten von Copernica, die rotten Ritter-Karten bei Armilly oder auch die taktischen grünen Handwerker-Karten für Galleo. Manche Karten können jedoch nicht direkt gespielt werden und besitzen einen bestimmten Wert, welcher die benötigte Dampfkraft widerspiegelt. Aufladen lässt sich die Dampfkraft jedoch einfach durch das Spielen von einfachen Karten, welche keine Dampfkraft benötigen.  

Im Laufe des Spiels schaltet ihr immer neue Karten frei. Entweder ihr stellt diese her oder findet verstreut in den Schatztruhen welche. Die Karten lässen sich zudem noch mal in verschiedene Arten unterteilen. Darunter normale Angriffs- und Heilungs-Karten sowie positive Statusverbesserungen für eure Helden und negative Effektkarten um eure Gegner zu schwächen. Natürlich spielen hierbei auch verschiedene Elemente rein. Dadurch können Gegner durch bestimmte Elemente gekontert werden und manche Gegner sind anfälliger für physischen oder magischen Schaden. Einerseits lassen sich drei Karten eines Helden kombinieren, damit wird noch eine zusätzliche vierte Aktion eures Helden ausgeführt, welche durch unterschiedliche Waffen gewechselt werden können. Manche Karten können jedoch auch mit Karten eines Gruppenmitglieds kombiniert werden, um einen starken Gruppenangriff auszuführen.  

Darüber hinaus könnt ihr während eines Kampfes auch Heilgegenstände nutzen und so euer Leben auffüllen, gefallene Helden zurückholen oder negative Effekte entfernen. Auch wenn das Spiel unter dem normalen Schwierigkeitsgrad gegen die üblichen Gegner etwas zu einfach wirkt, kommt ihr spätestens mit den Bossgegnern eines Kapitels ins Schwitzen. Diese fordern nämlich ein möglichst taktisches Vorgehen im Kampf mit der richtigen Wahl der auszuspielenden Karten. Die Vorbereitung beginnt jedoch bereits vor dem Kampf mit der passenden Ausrüstung, angepassten Decks sowie dem sinnvollen Einsatz von Gegenständen. Das Grinden bei alten Gegnern wird auch dabei nur wenig bringen, weil ihr dafür kaum Erfahrungspunkte erhaltet. Versucht es daher stets lieber nochmal mit einer optimierten Ausrüstung und einer neuen Deck-Strategie. Je nach Ausrüstung könnt ihr die Grundwerte sowie Resistenzen der Helden steigern. 

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Ein äußerst unterhaltsames Unterfangen 

Auch außerhalb der Kämpfe lassen sich Gegenstände einsetzen. Neue Ausrüstung sowie Karten könnt ihr in jedem Kapitel bei dem wandernden Händler erwerben. Im Laufe des Spiels lassen sich Karten mit verschiedenen Materialien zudem auch mehrstufig aufwerten. Das Spiel speichert zudem regelmäßig. An bestimmten Statuen könnt ihr dies ebenso tun und euch gleichzeitig heilen, damit werden jedoch auch die Gegner zurückgesetzt. In vorherige Kapitel könnt ihr zudem jederzeit zurückkehren und verpasste Schätze noch aufsammeln.  

Das Gameplay gestaltet sich demnach recht simpel und intuitiv. Selbstverständlich gilt es wie in jedem Kartenspiel die Karten und ihre Effekte näher kennenzulernen und effektive Decks zusammenzustellen. Jedes Deck besteht jedoch nur aus je acht unterschiedlichen Karten je Helden. Mit etwas probieren werdet ihr jedoch jeden Kampf meistern können. Ohne zu viel verraten zu wollen, werden euch über die ersten drei Charaktere hinaus noch weitere Charaktere begegnen, welche sich euch anschließen. Es können jedoch stets nur drei Helden am Kampf teilnehmen. Durch gewonnene Kämpfe erhalten eure Helden wiederum Gold, Erfahrungspunkte sowie Materialien, welche für das herstellen und aufwerten der Karten genutzt werden können. Mit jedem Stufenaufstieg werden zudem die Grundwerte eines Helden erhöht.  

Zudem findet ihr euch mit SteamWorld Quest in einer sehr charmanten handgezeichneten 2D-Welt wieder. Dabei begebt ihr euch praktisch von Bereich zu Bereich und könnt auch Objekte wie Hecken zerstören sowie geheime Abschnitte mit schätzen finden. Auch das Charakter-Design ist gelungen und stellt eine Mischung aus Steampunk-Robotern im Mittelalter-Stil dar. Vor allem der Humor während den zahlreichen Dialogen hat uns sehr gut gefallen. Beschäftigen wird euch das Spiel zudem rund 15 bis 20 Stunden. Nebenaufgaben lassen sich zwar leider keine finden, doch wurden wir über das Spiel hinweg wunderbar unterhalten trotz fehlender Abwechslung.  Darüber hinaus lassen sich in der Arena im späteren Spielverlauf auch besonders schwere Kämpfe bestreiten.  

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Unser Fazit zu SteamWorld Quest 

Erneut entführt euch Image & Form in eine fantastische handgezeichnete Spielwelt mit charmanten und humorvollen Charakteren sowie einer ansprechenden Spielmechanik. Dieses Mal stürzt ihr euch nämlich mit drei Helden in ein mittelalterliches Abenteuer und dürft euch in rundenbasierten und taktisch anspruchsvollen Kämpfen mit den robotischen Gegnern beweisen.  Zum Einsatz kommt hierbei ein interessantes kartenbasiertes Kampfsystem. Allein durch die vielfältigen Fähigkeiten eines jeden Helden sowie den Charakteren welche sich euch noch im Laufe des Spiels anschließen, ist dahingehend genügend Abwechslung in den Kämpfen geboten. Vor allem die Bosskämpfe fordern euch heraus und benötigen eine entsprechende Vorbereitung eurer Decks sowie Ausrüstung.  

Die kurzen Dialog-Zeilen sind zudem schön knackig und strotzen nur so vor Humor. Auch wenn es abseits der Kämpfe kaum etwas zu entdecken oder zu tun gibt, hat uns der Titel sehr gut unterhalten können. Das simple, aber gleichzeitig ansprechende Gameplay hat uns gar schon süchtig gemacht und wir wollten kaum mehr aufhören. Vor allem durch die recht kurzen Kapitel ist der Titel auch wunderbar für unterwegs auf der Nintendo Switch geeignet. Damit wagt sich Image & Form erneut in ein neues Genre und beweist hierbei nicht nur Mut, sondern auch ein gutes Händchen für gelungene Spielmechaniken in einer rundum gelungenen Spielwelt. Von uns gibt es hierbei eine klare Empfehlung. SteamWorld Quest ist bislang digital für 24,99 Euro im Nintendo eShop für Nintendo Switch erhältlich.  

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